Pressemeldungen  | 31.05.2017

Erreichte Stickstoffreduktion durch Effizienzsteigerung ausbauen

Bauernverband zum Stickstoffbericht der Bundesregierung

„Der Stickstoffbericht der Bundesregierung zeigt die beachtlichen Erfolge bei der Stickstoffreduktion und weist auf die wichtige Rolle von Stickstoffdünger für die menschliche Ernährung hin. Der Bericht zählt auch die Vielzahl an bestehenden Regelungen und Strategien für Stickstoff auf und verdeutlicht dadurch, dass das Instrumentarium vorhanden ist, um weitere Verbesserungen beim Einsatz von Düngemitteln zu erreichen“, betonte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, zum heute vom Kabinett verabschiedeten Stickstoffbericht der Bunderegierung.

 

Rukwied wies auf die bereits erzielten Erfolge der Stickstoffreduktion hin und sprach sich für weitere Effizienzsteigerungen aus: „Der Stickstoffbericht zeigt, dass die Landwirtschaft von 1995 bis zum Zeitraum 2005-2010 die Gesamtemissionen an Stickstoff bereits um mehr als ein Viertel reduziert hat, während im gleichen Zeitraum beispielsweise die Weizenproduktion um ein Drittel zugenommen hat. Für die Landwirtschaft - und damit die menschliche Ernährung – ist Stickstoff als Grundbaustein der Natur ein lebensnotwendiger Nährstoff. So schätzt auch das Umweltbundesamt, dass heute fast die Hälfte der Weltbevölkerung ihre Ernährungsgrundlage dem Einsatz von mineralischem Stickstoffdünger verdanken. Eine Düngung mit Stickstoff in der Landwirtschaft ist insofern nicht verzichtbar, sondern das Ziel ist, die Effizienz des Einsatzes von Stickstoff in der Tierhaltung und im Ackerbau weiter zu verbessern und damit die Umwelt zu schonen“, erläuterte der Bauernpräsident.

 

Mit Verweis auf die Vielzahl an nationalen und internationalen Regelungen für Stickstoff in den Bereichen Gewässer, Luft und Biodiversität sieht Rukwied den Fokus in der Umsetzung der in diesem Jahr neu geschaffenen Regelungen im Düngepaket. Er sieht keinen Mehrwert in einer Doppelung des Regelwerks mit einer zusätzlichen Stickstoffstrategie oder eines Aktionsprogramms. Vielmehr seien Bund und Länder jetzt gefordert, die Landwirte bei einer praxistauglichen Umsetzung des neuen Düngerechts mit Beratung und Förderung zu begleiten und die Auswirkungen auf die Agrarstruktur in Grenzen zu halten.